Laut Werbung müssten Ihre LAN- und WLAN-Netzwerkkomponenten sehr hohe Datenraten erreichen. Auch große Dateien müssten damit schnell übertragen sein. Müssten …

Angaben der Hersteller, oder die Informationen in der Statusanzeige von Windows nennen jeweils die maximal mögliche Übertragungsrate im Netzwerk. Praktische Werte liegen schon aufgrund der zusätzlich zu übertragenden Protokolldaten stets deutlich niedriger. Die tatsächliche Übertragungsrate können Sie mit dem englischen Freeware-Tool Iperf, sowie dessen grafischer Bedienoberfläche JPerf ermitteln.

Test-Tool installieren

Laden Sie JPerf herunter. Das Zip-Archiv kopieren Sie auf zwei über das Netzwerk verbundene Rechner und entpacken den Inhalt jeweils in einen leeren Ordner auf der Festplatte. Auf beiden Rechnern muss zudem die Java- Laufzeit-Umgebung installiert sein.

Test durchführen
Damit der Start der Analyse richtig arbeitet, müssen Sie zunächst die Datei “jperf. bat” im Programmordner anpassen. ÖFfnen Sie diese mit einem Texteditor und ergänzen Sie am Anfang eine Zeile, um in den jeweiligen Arbeitsordner zu wechseln. In unserem Beispiel ist das

cd C:\Programme\jperf\jperf-2.0

Speichern Sie die Änderungen. Starten Sie nun auf beiden Rechnern das Tool durch den Aufruf der modifizierten “jperf.bat”. Einen der Rechner konfigurieren Sie als Server, indem Sie im Werkzeug neben “Choose Iperf Mode” die Option “Server” anklicken. Die weiteren Felder lassen Sie unverändert. Den zweiten Rechner konfigurieren Sie als Client. Dazu aktivieren Sie die Option “Client” und tragen daneben bei “Server address” die IP-Adresse seines Counterparts ein. Wenn Sie diese nicht wissen, öffnen Sie auf dem Server- Rechner eine Eingabeaufforderung und geben den Befehl “ipconfig” ein. Die gezeigte IP-Adresse der LAN-Verbindung ist der gesuchte Wert. Für den Test spielt es keine Rolle, ob die Rechner per WLAN oder etwa Gigabit-LAN verbunden sind. Anhand der IP-Adresse und mit beiden laufenden Tools wird automatisch die aktuelle Verbindung untersucht.

Nun starten Sie den Test zuerst auf dem Server-Rechner. Klicken Sie dazu rechts oben auf das Symbol “Run Iperf”. Wiederholen Sie den Vorgang danach auf dem Client-Rechner. Wenn die installierte Firewall diese Verbindung nicht zulässt, müssen Sie für den Test zumindest auf dem Server-Rechner entweder die angefragte Verbindung autorisieren oder die Firewall vorübergehend ausschalten.

Ergebnisse interpretieren

JPerf zeigt laufend grafisch und darunter auch numerisch die aktuellen Übertragungsraten. Anhand der Ergebnisse kontrollieren Sie nun die Netzwerkgeschwindigkeit. In einem WLAN sollte Sie bei einer guten Verbindung knapp ein Drittel der nominalen Geschwindigkeit erreichen, in einem mit 802.11N-Komponenten ausgestatteten Funknetz also rund 100 MBit/s. Sobald der Empfang beeinträchtigt ist, etwa, weil die Funkwellen mehrere Wände zwischen Router und PC durchdringen müssen, sinkt die nutzbare Datenrate erheblich. Je länger Sie den Test laufen lassen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse. Zum Erhöhen der Testdauer setzen Sie auf dem Client-Rechner im Feld “Transmit” den Wert zum Beispiel auf “30″ Sekunden.

Zudem ist es möglich unten auch mit speziellen TCP-Optionen zu experimentieren, oder das UDP-Protokoll zu testen. Dazu können Sie beispielsweise “TCP Windows Size” aktivieren und dann auf beiden Rechnern einen von den standardmäßigen 8 KByte abweichenden Wert eingeben. Ein höherer Wert sorgt dafür, dass größere Datenpakete ohne zwischenzeitliche Bestätigung an einem Stück gesendet werden. Das erhöht theoretisch die Geschwindigkeit, aber auch die Fehlerquote bei der Übertragung. In der Praxis sollten Sie die Werte besser unverändert lassen. Mit “Parallel streams” lassen sich auch mehrere gleichzeitige Verbindungen simulieren. Für jeden neuen Testlauf mit geänderten Parametern klicken Sie zuerst unten auf “Clear now”. Dadurch reaktiviert das Tool die Schaltfläche zum Starten.

Ein 54-MBit-WLAN (802.11G) sollte eine Datenrate von etwa 2.500 KByte pro Sekunde (= 20 MBit/s) erreichen. Das entspricht rund 150 MByte pro Minute oder 9 GByte pro Stunde. Das Übertragen eines DVD-Images würde also etwa eine halbe Stunde dauern. Liegen die Werte in Ihrem LAN deutlich darunter, sollten Sie den Aufstellungsort des Routers variieren und weitere Bremsen im Netzwerk entlarven, zum Beispiel einen lahmen Virenscanner oder einen sehr langsamen Datenträger. Auch ein aktuelles Firmware-Update für den Router bringt oft einen ordentlichen Geschwindigkeitsschub.

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