Lautsprecher knacksen ständig
Nach einem Umzug stellt der Autor dieses Artikels seine Stereoanlage – bestehend aus Receiver, WLAN-Internetradio, CD-Player, DVD-Rekorder und TV-Set-Top- Box ins Regal, schließt die Boxen an – und bekommt statt des erwarteten ungestörten Musikgenusses ein fieses Knacksen aus dem rechten Lautsprecher geliefert. Zwar hört man auch Musik, aber das stete Knacksen stört ungemein.
Da die Kombination vorher nicht geknackst hat, muss etwas anders sein als beim ursprünglichen Setup: Die rechte Box steht ziemlich nah an der Stelle, an der sich die Kommunikationstechnik ballt – das war früher nicht so. Der Verdacht: Eines der Geräte strahlt in die elektronischen Bauteile der Box. Die Verdächtigen sind Modem, Router, Ethernet-Switch, WLAN-Accesspoint, DECT-Basis und NASFestplatte. Da Modem, Router und Ethernet- Switch nicht funken und überdies noch eine Stahlbetonwand zwischen Gerätepark und Box steht, rücken Accesspoint und DECT-Basis in den Fokus. Aus dem Physikunterricht und aus dem Film “Fletchers Visionen” kennt man die abschirmende Wirkung von Alufolie. Also wird zuerst die Box abgeschirmt, dann die Geräte. Das Knacksen bleibt. Dann fällt der Verdacht auf das Lautsprecherkabel. Es könnte aufgrund seiner Länge eine prima Antenne für jegliche Störeinflüsse sein. Ein Raffen des Kabels von den verdächtigen Geräten weg bringt nichts. Ebenso wenig das komplette Umstellen des Lautsprechers in eine andere Ecke des Raumes. Dieser Umstand entlastet auf einen Schlag alle Geräte in der Kommunikationsecke. Im Verdacht steht nun die Verkabelung der Stereoanlage selbst.
Die Hand langt am Receiver vorbei in den Kabelwust und – das Knacksen wird intensiver. Um den Übeltäter zu identifizieren, werden die Geräte einzeln an- und ausgeschaltet. Und siehe da: Das WLAN-Internetradio verursacht das Knacksen. Offensichtlich strahlt seine Antenne in den rechten Kanal des Receivers. Das ist zwar ein Hinweis darauf, dass der Verstärker recht diskret aufgebaut und folglich relativ hochwertig ist, hilft jedoch nicht bei der Lösung des Problems. Als Sofortmaßnahme wird erst einmal Abstand hergestellt und zwar durch das Umschichten der Komponenten. Nun trennen CD-Player und DVD-Rekorder die Störenfriede. Das Knacksen ist nur noch mit goßer Konzentration wahrnehmbar – weg ist es aber nicht. Da ein Verzicht auf das Internetradio nicht infrage kommt und die WLAN-Antenne des Gerätes offensichtlich Störungen verursacht, wird auf Power-LAN umgestellt: Ein 85-MBit-dLAN-Starter-Kit von Devolo kostet rund 80 Euro. Nun erfolgt die Internetanbindung störungsfrei via Steckdosenadapter. Wilkommener Nebeneffekt: Der WLAN-Accesspoint hat ausgedient!
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Und damit werden nur noch mehr Störungen ins Haus geholt bzw. für das Umfeld produziert! Einfach mal nach PLC bzw. Power-Line und Funkstörungen googeln. Umsonst wurde PLC in den USA nicht schon in den ersten Städten verboten!
@Roland:
Wusste gar nicht, dass PLC so krass stört. Wobei das bei den üblichen Devolo-Adaptern anscheinend nicht so stark ausgeprägt ist.
Leider gibt es für die knacksenden Lautsprecher keine andere Lösung. Da hat man wohl nur die Wahl zwischen Pest und Cholera
@ mhermannsdorfer:
Das Problem ist, die Hersteller von Konsumelektronik sparen wo es nur geht. Leider meistens im Bereich der EMV. Hier werden die einfachsten Entstörmaßnahmen weggelassen (Bauteile für ein paar Cent, jedoch die Masse machts). Eine vernünftige Schirmung der Gehäuse und Verdrosslung der Ein- und Ausgänge und die Störungen verschwinden.