Nach diversen Problemen mit einem selbst gebauten Athlon-PC tauschte ein Bekannter Mainboard und Netztzeil aus – aber das System arbeitet immer noch nicht reibungslos. Regelmäßig bleibt es bei Neustarts im ersten BIOS-Screen hängen, oft lässt sich der PC nicht einschalten und der Freund muss dann über eine Steckerleiste die komplette Peripherie stromlos machen, bevor der Rechner wieder startet. Am offenen PC bemerkt er schließlich, dass der CPU-Lüfter auch dann läuft, wenn der Rechner aus ist – sogar, wenn der Kippschalter am Netzteil auf aus steht.

Diagnose: Tatsächlich: Sogar wenn das Netzkabel aus dem Rechner-Netzteil gezogen ist, läuft der CPU-Lüfter langsam, aber unbeirrbar weiter. Schaltet man das System jedoch über die Steckerleiste mit allen angeschlossenen Peripheriegeräten ab, so geht es komplett aus. Die Spannung, die den Lüfter antreibt, muss also aus einem Peripheriegerät kommen. Nach dieser Erkenntnis finden wir schnell heraus, dass das über USB angeschlossene Sharkoon DriveLink die Spannungsquelle ist. Beim DriveLink handelt es sich um einen Adapter für den externen Anschluss von SATA- und IDE-Geräten mit eigener Stromversorgung.

Lösung: Dieser Adapter kann für Notebook-Platten mit Strom aus dem USB-Anschluss versorgt werden, für die größeren Verbraucher gibt es ein Netzteil. Die 5-Volt-Leitung des Netzteils wurde einfach mit der 5-Volt-Leitung des USB-Kabels kurzgeschlossen. Ist der PC ausgeschaltet, der Adapter aber mit Strom versorgt, liegen am Motherboard von außen 5 Volt an. Die von der falschen Seite versorgten Regler verteilen die Spannung auf dem ganzen Board, folglich läuft sogar der CPU-Lüfter. Die dauernde Spannung hindert den PC an einem echten Kaltstart, so kommt es zu den Boot-Problemen. Bleibt nur, den Adapter vom Stromnetz zu trennen, wenn man den Rechner ausschaltet. PC-Bastler können einfach eine Diode in den Adapter löten und so das Problem beheben.

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