Ihre Netzwerkfestplatte (NAS) läuft, aber leider viel zu laut? PCwissen.net zeigt, wie Sie Ihre Ohren dauerhaft schonen.

Von jedem Internetzugang auf die heimische Festplatte zugreifen und Dateien austauschen können: NAS-Festplatten (Network Attached Storage) sind eine super Sache. Bei manchen Modellen sind die Lüfter jedoch so laut, dass der Anwender in den eignen vier Wänden stets daran erinnert wird, dass er eine solche Festplatte besitzt. Das muss nicht sein! Denn meist verrichten langsam drehende, Strom sparende Festplatten ihren Dienst in NAS-Gehäusen – etwa die EcoGreen- oder Green-Modelle von Samsung beziehungsweise WD. Diese Platten kommen selbst weitgehend ohne Kühlung aus. Andere Bauteile im NAS-Gehäuse brauchen hingegen einen steten Luftzug, um ordentlich zu arbeiten. Am Beispiel einer Synology DS107+ zeigen wir exemplarisch, wie man zu einem deutlich leiseren System kommt – ohne unnötige Sicherheitsrisiken für das Gerät einzugehen.

Lüfter drosseln – Lautstärke vermindern
Man könnte natürlich einen neuen, leistungsschwächeren Lüfter einbauen, um auf diese Weise die Lautstärke zu vermindern. Allerdings nimmt man sich dadurch die Möglichkeit – etwa bei extremer Sommerhitze – etwas mehr kühlen zu können. Wir haben uns deshalb für den Einsatz eines Drehpotenziometers (Lüfterregler) entschieden. Mit dieser recht kostengünstigen Variante lässt sich die Leistung des Lüfters je nach Bedarf erhöhen oder veringern. Eine Hürde beim Einsatz eines Potenziometers ist die systemeigene Lüfterkontrolle. Diese schlägt aus Sicherheitsgründen mit einem lauten Piepton an, wenn die Umdrehung des Lüfters zu gering ist oder ganz ausfällt. Wir helfen Ihnen also zuerst, den Umbau vorzunehmen und den aufmerksamen Drehzahlwächter auszutricksen. Danach zeigen wir noch, wie Sie die Systemtemperatur selbst kontrollieren können.

Vorbereiten
Zum Aufschrauben benötigt man nur einen Schraubendreher. Außerdem ist ein Lötkolben zum Anbringen des Potenziometers hilfreich. Passive Kühlkörper für die ICs der NAS-PLatte und das Potenziometer gibt’s im Internet (etwa bei stto-shop. de).

Aufschrauben
Indem Sie zwei Schrauben lösen, können Sie zunächst das Gehäuse vorsichtig öffnen. Schieben Sie die obere Hälfte des Plastikgehäuses auseinander, um an das Innere zu gelangen. Nun müssen Sie nur noch die vier Schrauben lösen, welche die Platine samt Festplatte am Gehäuse halten.

Analysieren
Mithilfe einer Wärmebildkamera sieht man, welche Stellen des eingeschalteten Geräts am stärksten erhitzen. Dies ist zu Hause natürlich nicht möglich, doch Sie können dies auch durch vorsichtiges Berühren der Speicherchips erfahren.

Ableiten
Um die bestmögliche Kühlung zu garantieren, empfehlen wir selbstklebende Kühlkörper. Diese leiten die Wärme schnell vom jeweiligen Bauteil ab. Im Gehäuse wird die Luft vorn an den Einzugslöchern angezogen und hinten am Lüfter abgegeben. Bringen Sie die Kühlkörper am besten in Richtung des Luftstromes an.

Verändern

Nun bringen Sie das Potenziometer an. Zunächst montieren Sie den Lüfter ab und durchtrennen die rote Leitung. Dann löten Sie das Potenziometer an deren zwei offene Enden. Achten Sie darauf, dass es sich möglichst außerhalb des Gehäuses befindet. Falls Sie das Kabel als störend empfinden, können Sie den Regler auch direkt in das Gehäuse bohren. Die Hardware-Arbeiten wären damit erledigt.

Aktivieren
Indem Sie die IP-Adresse der NAS-Platte in den Browser eingeben, gelangen Sie auf die Weboberfläche. Dort können Sie die allgemeinen Einstellungen vornehmen. Aktivieren Sie hier zuerst den SSH-Zugang. Laden Sie dann das Freeware-Tool PuTTY herunter. Starten Sie es, wählen Sie SSH aus und geben Sie die IP-Adresse der NAS-Platte ein, um so einen Telnet-Zugang zum Betriebssystem zu schaffen.

Ausschalten
Durch einen Klick auf “Open” gelangen Sie in die konsolenbasierte Steuerung des Betriebssystems. Nachdem Sie den Namen und das Passwort eingegeben haben, erstellen Sie eine Autostart- Datei. Diese deaktiviert bei jedem Booten die systemeigene Lüfterkontrolle. Geben Sie die Befehle wie im nebenstehenden Screenshot ein und speichern und schließen Sie PuTTY dann.

Überprüfen
Am Ende sollten Sie noch checken, ob das Ziel erreicht und der Lüfter nicht nur leise ist, sondern auch ausreichend kühlt. Im Webinterface können Sie die Temperatur der Festplatte und des Prozessors nun komfortabel ablesen und kontrollieren.

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