PS3: Gelbes Licht und sonst nichts
Ihre PlayStation startet nicht mehr, zeigt nur kurz ein gelbes Licht und verabschiedet sich danach mit drei kurzen Pieptönen. Sie können das Problem beheben!
Seit Anfang 2007 wird Sonys PlayStation 3 in Deutschland verkauft. Die frühen Modelle (bis Mitte/Ende 2007) verbrauchen im Betrieb knapp 200 Watt – und setzen dies fast vollständig in Wärme um. Über die Jahre hat das zur Folge, dass Wärmeleitpads und -paste zwischen Chips und Kühlkörpern verhärten. Das zieht eine erhöhte thermische Belastung der Bauteile nach sich. Neben einer schnelleren Alterung der Schaltkreise und Prozessoren sorgt das für defekte Lötstellen. Die Folge: das sogenannte Yellow Light of Death (YLOD). Beim Einschalten blinkt erst die rote LED, dann leuchtet kurz ein gelbes Licht auf, dem wiederum drei kurze Pieptöne folgen. Danach leuchtet wieder die rote LED. Der Bildschirm bleibt schwarz. Und dann kann man normalerweise nicht mehr viel tun. Die Garantie ist bei den älteren PS3s meist längst abgelaufen, eine Instandsetzung beim Fachhändler ist einfach zu teuer. Bleibt die Reparatur in Eigenregie. Und da die PS3 sowieso kaputt ist, ist es den Versuch Wert.
Das Schema ist simpel: Nachdem die entscheidenden Baugruppen freigelegt und gründlich gereinigt wurden, werden alle Lötstellen mit einem Heißluftgebläse vorsichtig erwärmt. Ist der Schmelzpunkt des Lötzinns erreicht, löten sich im Idealfall alle Lötstellen praktisch von selbst nach, Defekte werden beseitigt. Das Lot hat seinen Schmelzpunkt bei etwa 180 °C. Diese Temperatur sollte nur kurzzeitig erreicht und nicht wesentlich überschritten werden! Denn einerseits sind die miterhitzten Bauteile nicht für solche Temperaturen geschaffen – andererseits kann das Lot so flüssig werden, dass sich Teile lösen. Finden Sie das richtige Maß, funktioniert die PS3 wieder.
1. Vorbereitungen treffen
Werkzeug und Material Damit Sie während der Reparatur alles schnell zur Hand haben, empfiehlt es sich, sämtliche Utensilien vorher bereitzulegen. Im einzelnen sind dies: ein kleiner Schlitz-Schraubendreher, ein T5-Torx-Schraubendreher, eine Digitalkamera, eine Küchenrolle, Spiritus, eine Heißluftpistole sowie gute Wärmeleitpaste
2. Gerät öffnen, Teil 1
Verkleidung abnehmen Bauen Sie als Erstes die Festplatte aus. Dann schieben Sie die obere Plastikblende (die mit dem PS3-Logo) herunter. Lösen Sie nun alle sichtbaren Schrauben. Hebeln Sie schließlich das Gehäuse längs der Rückseite vorsichtig auf. Am besten beginnen Sie an der Ecke, die dem Einschaltknopf diagonal gegenüber liegt
3. Gerät öffnen, Teil 2
Platine freilegen Drehen Sie weiter alle sichtbaren Schrauben heraus. Machen Sie immer wieder ein Digitalfoto, damit Sie es später beim Zusammenbau leichter haben. Entfernen Sie vorsichtig alle gesteckten Kabel, bauen Sie Lüfter, Netzteil und Laufwerk aus. Entfernen Sie zuletzt die Spangen, die über die CPUs gespannt sind
4. Bauteile säubern
OP-Vorbereitung Wenn Sie die Platine komplett aus dem Gehäuse gelöst haben, entfernen Sie alle Klebepads und die Wärmeleitpaste auf den Prozessoren. Benutzen Sie dazu Spiritus oder Alkohol und ein Küchentuch. Legen Sie die Platine auf eine ebene, weiche Unterlage, zum Beispiel ein altes Handtuch
5. Kontakte nachlöten, Teil 1
Vorsichtig arbeiten Jetzt geht es ans Löten: Wenn Sie die Temperatur Ihrer Heißluftpistole regulieren können, so stellen Sie sie auf 400 Grad. Vollführen Sie nun für 15 bis 30 Sekunden im Abstand von etwa fünf Zentimetern kreisförmige Bewegungen über den silberfarbenen Heatspreadern. Lassen Sie das Ganze danach etwa 15 Minuten abkühlen – ohne es zu berühren oder zu bewegen
6. Kontakte nachlöten, Teil 2
Umdrehen Wenden Sie die Platine und wiederholen Sie die Prozedur auf der Rückseite der Prozessoren sowie über den vier paarig angeordneten Speicherchips (ebenfalls etwa 15 bis 30 Sekunden). Achten Sie darauf, dass die Temperatur nicht zu heiß und das Lot nicht zu flüssig wird – und lassen Sie die Platine wiederum 15 Minuten abkühlen
7. Zusammenbau
Behutsamer Umkehrschritt Kleben Sie die Klebepads wieder an die vorgesehenen Stellen und verteilen Sie etwas Wärmeleitpaste dünn auf den Heatspreadern der Prozessoren. Setzen Sie nun die PS3 in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammen – achten Sie darauf, dass alle Schrauben und Kabel wieder an ihren angestammten Platz kommen. Überprüfen Sie dies mit Ihren Fotos. Bauen Sie zuletzt die Festplatte ein
8. Funktionskontrolle
Hat es geklappt? Wenn Sie das große Puzzle wieder zusammen haben, können Sie Ihre PS3 endlich wieder an das TV anschließen. Betätigen Sie nun den Einschaltknopf! Und im Idealfall freuen Sie sich über Ihre reparierte PlayStation – und haben sich den Neukauf gespart
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